Kurz gesagt: ChatGPT empfiehlt Unternehmen, die es über seine Websuche findet, deren Angebot es eindeutig versteht und die auf vertrauenswürdigen Seiten erwähnt werden. Dafür braucht es einen offenen Zugang für den Crawler OAI-SearchBot, klare Fakten auf der Website, strukturierte Daten, Antworten auf echte Kundenfragen und einheitliche Einträge in Verzeichnissen und Bewertungsportalen. Ob das wirkt, zeigt nur eine regelmäßige Messung mit den Fragen Ihrer Kunden.
Wie ChatGPT Anbieter auswählt
Fragt jemand „Welcher Installateur in Wien macht kurzfristig eine Thermenwartung?“, beantwortet ChatGPT das nicht aus dem Gedächtnis. Bei Fragen nach aktuellen oder lokalen Angeboten startet es eine Websuche, liest die gefundenen Seiten und fasst sie zu einer Antwort mit wenigen Empfehlungen zusammen. Die Quellen stehen als Links dabei.
Daraus folgen drei Bedingungen. Ihre Website muss für die Suche von ChatGPT erreichbar sein. Die KI muss aus Ihren Seiten eindeutig herauslesen können, was Sie anbieten, wo und für wen. Und andere Quellen wie Verzeichnisse, Bewertungsportale oder Presse müssen das bestätigen. Wer auf mehreren unabhängigen Seiten mit denselben Angaben auftaucht, wirkt für die KI vertrauenswürdig.
Bekannte Marken profitieren zusätzlich vom Trainingswissen des Modells. Für die meisten kleinen und mittleren Unternehmen entscheidet aber die Websuche im Moment der Frage. Genau dort setzen die folgenden acht Schritte an.
Schritt 1: Den Crawler von ChatGPT zulassen
OpenAI betreibt drei Crawler mit unterschiedlichen Aufgaben:
- OAI-SearchBot entscheidet, ob Ihre Seiten in den Suchantworten von ChatGPT erscheinen können. Wer ihn sperrt, fällt aus diesen Antworten heraus.
- GPTBot sammelt Inhalte für das Training künftiger Modelle. Ihn zu sperren, entfernt Sie nicht aus der ChatGPT-Suche.
- ChatGPT-User ruft Seiten ab, wenn eine Person ChatGPT ausdrücklich bittet, eine Adresse zu öffnen.
Quelle: OpenAI, Übersicht der Crawler. Alle wichtigen KI-Crawler mit Vorlage stehen im Ratgeber KI-Crawler in der robots.txt.
Prüfen Sie Ihre robots.txt unter ihre-website.at/robots.txt. Für die Sichtbarkeit in ChatGPT reicht diese Freigabe:
User-agent: OAI-SearchBot
Allow: /
Häufiger als die robots.txt blockiert die Technik dahinter. Firewalls und Bot-Schutz von Hostern oder CDNs sperren KI-Crawler teilweise von sich aus. Lassen Sie das von Ihrem Hoster oder Ihrer Webagentur prüfen. Für die anderen KI-Suchen gilt dasselbe, etwa für PerplexityBot (Perplexity), Claude-SearchBot (Claude) und Bingbot (Microsoft Copilot).
Schritt 2: Bei Google und Bing sauber indexiert sein
ChatGPT nutzt für seine Websuche neben dem eigenen Crawler auch Suchdienste von Drittanbietern. Microsoft Copilot baut auf dem Bing-Index auf, die KI-Übersichten von Google auf dem Google-Index. Eine Website, die in den klassischen Suchmaschinen fehlt, fehlt deshalb meist auch in den KI-Antworten.
- Die Website in der Google Search Console und den Bing Webmaster Tools anmelden und die Sitemap einreichen.
- Indexierungsfehler beheben: keine wichtigen Seiten auf „noindex“, keine Weiterleitungsketten, keine doppelten Inhalte.
- Inhalte im HTML ausliefern. Text, der nur per JavaScript nachgeladen wird oder in Bildern steckt, lesen viele KI-Crawler nicht.
Schritt 3: Die Fakten über Ihr Unternehmen eindeutig machen
Eine KI empfiehlt nur, was sie sicher einordnen kann. Werbesprache wie „Ihr kompetenter Partner für alle Fälle“ hilft dabei nicht, konkrete Angaben schon:
- was genau Sie anbieten, mit den Begriffen Ihrer Kunden („Thermenwartung“, nicht nur „Haustechnik“)
- wo Sie tätig sind: Adresse, Bezirke, Orte, Einzugsgebiet
- für wen: Privatkunden, Unternehmen, bestimmte Branchen
- Preise oder Preisrahmen, Dauer und Ablauf
- Öffnungszeiten, Erreichbarkeit, Kassenverträge, Zertifikate und Mitgliedschaften
Diese Angaben gehören als lesbarer Text auf die Startseite und auf je eine eigene Seite pro Leistung.
Schritt 4: Strukturierte Daten hinterlegen
Strukturierte Daten nach Schema.org beschreiben Ihr Unternehmen so, dass Maschinen es ohne Interpretation verstehen. Für die meisten Betriebe sind diese Typen am wichtigsten:
- Organization bzw. LocalBusiness oder ein passender Untertyp wie
Dentist,PlumberoderAccountingService, mit Name, Adresse, Telefon, Öffnungszeiten und Profilen - Service für jede Leistung
- FAQPage für Seiten mit Fragen und Antworten. Google zeigt dafür seit Mai 2026 keine eigenen Suchergebnis-Elemente mehr, KI-Assistenten und Bing lesen das Markup aber weiterhin.
Die Angaben müssen mit dem sichtbaren Text übereinstimmen. Prüfen lässt sich das mit dem Rich-Results-Test von Google und dem Schema Markup Validator.
Schritt 5: Kundenfragen direkt beantworten
KI-Suchen übernehmen gern Passagen, die eine Frage gleich im ersten Satz beantworten. Sammeln Sie die Fragen, die Ihnen Kunden am Telefon und per E-Mail stellen, und beantworten Sie jede auf Ihrer Website:
- Erst die Antwort, dann die Details. Beispiel: „Eine Thermenwartung kostet bei uns 140 bis 180 Euro und dauert rund eine Stunde.“
- Konkrete Zahlen, Beispiele und Zeiträume statt allgemeiner Aussagen
- Die Frage als Zwischenüberschrift, darunter ein kurzer, in sich verständlicher Absatz
Das deckt sich mit der Forschung: In der Studie „GEO: Generative Engine Optimization“ (Aggarwal u. a., KDD 2024), die den Begriff geprägt hat, steigerten Quellenangaben, Zitate und Statistiken die Sichtbarkeit in generierten Antworten um bis zu 40 Prozent (Studie auf arXiv). Mehr dazu im Ratgeber Was ist GEO?
Schritt 6: Auf Drittseiten erwähnt werden
Die KI verlässt sich nicht nur auf Ihre eigene Website. Sie gleicht ab, was andere über Sie schreiben. In unserer Stichprobe vom Oktober 2026 mit 15 typischen Kundenfragen aus fünf Branchen stützten sich die KI-Suchen auf branchentypische Portale: Perplexity bei Fragen nach Praxen in 4 von 11 Quellen auf DocFinder, ChatGPT bei Steuerberatern auf finscout und ProvenExpert, bei Restaurants auf Falstaff und den Guide Michelin. Die Details stehen auf unseren Branchenseiten.
- Das Google-Unternehmensprofil vollständig ausfüllen und aktuell halten
- Einträge in allgemeinen Verzeichnissen wie Herold und WKO Firmen A–Z prüfen
- Die Portale Ihrer Branche pflegen, auf denen Kunden vergleichen
- Name, Adresse, Telefonnummer und Leistungen überall gleich schreiben
- Erwähnungen in Lokalmedien, bei Verbänden und Partnern aufbauen
Schritt 7: Bewertungen sammeln
Viele Antworten begründen eine Empfehlung mit Bewertungen, etwa „4,9 von 5 Sternen bei 51 Bewertungen“. Solche Begründungen fanden wir in unserer Stichprobe bei ChatGPT, Perplexity und Google, besonders bei Praxen und Restaurants. Bitten Sie zufriedene Kunden aktiv um eine Bewertung, vor allem auf Google und den Portalen Ihrer Branche, und antworten Sie auf Bewertungen.
Schritt 8: Messen statt raten
Für KI-Antworten gibt es keine Search Console. Ob Ihre Maßnahmen wirken, sehen Sie nur, wenn Sie die Fragen Ihrer Kunden regelmäßig stellen und festhalten, was passiert:
- In wie vielen Antworten werden Sie genannt?
- An welcher Stelle, und wie werden Sie beschrieben?
- Welche Quellen zitiert die KI, und wer wird stattdessen empfohlen?
KI-Antworten schwanken von Abfrage zu Abfrage. Stellen Sie jede Frage deshalb mehrmals und vergleichen Sie Trends über Wochen, nicht einzelne Antworten. Einen ersten Stand liefert der kostenlose Sofort-Check: Er stellt fünf typische Kundenfragen live an ChatGPT, Google, Claude und Perplexity.
Was nicht hilft
- Einen „Eintrag bei ChatGPT“ kaufen: Es gibt kein Verzeichnis, in das man sich eintragen kann. Angebote, die das versprechen, sollten Sie meiden.
- Keyword-Stuffing: In der GEO-Studie brachte das Anhäufen von Suchbegriffen kaum eine Verbesserung.
- Massenhaft KI-generierte Texte: Austauschbarer Text ohne eigene Fakten liefert der KI nichts, was sie zitieren könnte.
- Einmal optimieren und vergessen: Angebote, Preise und Mitbewerber ändern sich, die KI-Antworten auch.
Checkliste
- OAI-SearchBot, PerplexityBot, Claude-SearchBot und Bingbot sind in robots.txt und Firewall freigegeben.
- Die Website ist bei Google und Bing indexiert, die Sitemap ist eingereicht.
- Leistungen, Region, Preise und Kontakt stehen als Text auf der Website.
- Strukturierte Daten für Unternehmen, Leistungen und FAQ sind hinterlegt und gültig.
- Die zehn häufigsten Kundenfragen sind auf der Website beantwortet.
- Google-Unternehmensprofil und Branchenportale sind vollständig und einheitlich.
- Zufriedene Kunden werden aktiv um Bewertungen gebeten.
- Die Kundenfragen werden regelmäßig in den KI-Suchen gemessen.
Häufige Fragen
Kann man sich bei ChatGPT eintragen lassen?
Nein. ChatGPT hat kein Firmenverzeichnis. Es empfiehlt Unternehmen, die es über seine Websuche findet und die von mehreren Quellen bestätigt werden. Sie können die Voraussetzungen dafür schaffen: offener Zugang für den Crawler, klare Fakten, strukturierte Daten und Erwähnungen auf Drittseiten.
Wie lange dauert es, bis ChatGPT mein Unternehmen empfiehlt?
Technische Korrekturen wie eine freigegebene robots.txt wirken oft nach wenigen Wochen. Neue Inhalte und Erwähnungen auf Drittseiten brauchen meist zwei bis drei Monate, bis sie sich in den Antworten zeigen. Garantieren lässt sich eine Nennung nicht, weil die KI ihre Antworten selbst zusammenstellt.
Hilft ein gutes Google-Ranking auch bei ChatGPT?
Teilweise. Eine gut indexierte, technisch saubere Website ist die Grundlage. ChatGPT gewichtet aber anders als Google: Es fasst mehrere Quellen zusammen und achtet stärker darauf, ob Ihre Angaben eindeutig sind und von anderen Seiten bestätigt werden.
Muss ich GPTBot erlauben, damit ChatGPT mich findet?
Nein. Für die Suchantworten von ChatGPT ist OAI-SearchBot zuständig. GPTBot sammelt Inhalte für das Training künftiger Modelle. Ob Sie das zulassen, können Sie unabhängig davon entscheiden.
Woher weiß ich, ob ChatGPT mein Unternehmen schon empfiehlt?
Stellen Sie die Fragen, die Ihre Kunden stellen würden, und achten Sie darauf, ob und an welcher Stelle Sie genannt werden. Der kostenlose Sofort-Check von visual-lab.ai macht das automatisch mit fünf Kundenfragen in ChatGPT, Google, Claude und Perplexity.
